Büro für Ausstellungen und
soziale Plastik

DESCRIPTIONOFIMAGE e.g. MEGALONMUSEUM

Megalomuseum sind Mira Frye und Olga von Schubert. Wir konzipieren und realisieren thematische Ausstellungen für Museen und andere Kunst- und Kulturinstitutionen.

Bei der Wahl unserer Themen sind wir bewusst megaloman. Mit transdisziplinären Fragestellungen suchen wir nach Wegen, um über die Grenzen einzelner Fachdisziplinen und bestehender Diskurse hinauszugehen. Unsere Perspektive ist dabei immer auch eine theoretische, wobei die Theorie das Bindeglied zwischen den wissenschaftlichen, künstlerischen und kuratorischen Methoden darstellt, mit denen wir arbeiten.

Durch die Argumentation im Konkreten, das Sichtbarmachen von Dissens und Heterogenität wie durch Multiperspektivität stellen wir uns gegen Vereinheitlichungen und universalistische Welt­erklärungsansprüche. Poetische und ästhetische Erfahrungen öffnen den Raum für andere Formen von Wahrheit und Erkenntnis. Wir rücken marginalisierte Positionen ins Zentrum und ent­wickeln Strategien der Dekanonisierung.

Uns ist es wichtig, Projekte aus den jeweiligen Orten und Insti­tutionen heraus zu entwickeln und Eigendynamiken dieser Prozesse zuzulassen, um unsere Ideen im Austausch mit anderen immer wieder zu hinterfragen und dabei zu präzisieren. Megalomuseum erforscht auf diese Weise die Potenziale kuratorischer, künstlerischer und musealer Praktiken.

Die meisten der heutigen naturkundlichen, technischen, künstlerischen oder kulturgeschichtlichen Sammlungen, wurden im Zeitraum der letzten 200 Jahre angelegt. Sie stammen damit aus der Zeit der Moderne, in der Forscher, Sammler und Künstler dem megalomanen Anspruch nachkommen wollten, die ganze Welt anhand musealer Artefakte zu erfassen und studierbar zu machen.

Diesen Universalismus wollen wir mit megalomuseum aufgreifen und dabei selbst zum Gegenstand machen: Was versuchen Menschen in Museen und Kunsthäusern zu verstehen und was passiert zwischen Dingen, Menschen und Texten in Ausstellungen? Wie entstanden diese Sammlungen überhaupt und wem gehören die Objekte? Welches Verständnis vom Menschen, vom Körper, vom Geschlecht, vom Selbst, von Kultur, von Regionen oder von Demokratie kursiert in Ausstellungshäusern und wie lässt es sich kritisieren oder umdeuten, aktualisieren und vor allem in einer sozialen Wirklichkeit verankern? Das Medium der Ausstellung scheint für diese Fragen besonders geeignet, weil sich im Zusammenspiel von zeitgenössischer Kunst, historischen Artefakten und Alltagsdingen von den Phänomenen ausgehend eine Neubewertung der allgemeinen Universalismen der Mo­derne vornehmen lässt.

Wie kann das Museum durch Einbeziehung kuratorischer Forschung und konzeptioneller Kunst weniger zu einem Ort der Repräsentation als wieder zu einem Ort der Debatte werden? Wie lassen sich auf diese Weise gesellschaftliche Themen durch unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, Kunst und politischem Aktivismus verhandeln?